NACHGEFRAGT BEI ... SEBASTIAO GRILO

27.03.2018

Sebastiao Grilo, mein heutiger Gesprächspartner, ist bei uns für die Betonmischerei zuständig und feiert am 25. April 2018 sein 30-Jahr-Jubiläum.

Herr Grilo, herzlichen Glückwunsch zu diesem Jubiläum!

Danke!

Welches sind Ihre Haupttätigkeiten in der Betonmischerei? Wie muss man sich Ihren normalen Tagesablauf vorstellen?

Um 6 Uhr beginnt meine Schicht. Da muss ich den Computer starten, die Mischer ölen und dann erst folgen die Bestellungen. Wir haben ja zwei Produktionshallen, die Hallen 5 und 6, da muss ich abwechslungsweise die Betonverteilung zwischen den Hallen vornehmen. Nach dem Mischen und Ausliefern der Bestellungen folgt zum Schluss des Tages die gründliche Reinigung. Ich war übrigens vor 20 Jahren einer der ersten, der bei uns für die Betonmischungen einen Computer eingesetzt hat.

Die Arbeit ist anspruchsvoll, mein langjähriger Arbeitskollege wird in diesem Jahr pensioniert, da werde ich seinen Nachfolger gut einarbeiten müssen.

Für welche Produkte mischen Sie den Beton?

Ich bin verantwortlich für die Mischungen sämtlicher Produkte. In der Halle 5, wo auch die Mischerei ist, produzieren wir unsere LVT-Blöcke, alle Schwellen der Meterspurbahnen (VöV usw.) sowie unsere Perronwinkel. In der Halle 6 werden unsere Standardschwellen B91, Weichenschwellen sowie die Flachschwellen produziert.

Für jedes Produkt wird ein individuelles Rezept und somit eine andere Mischung benötigt. Ausserdem stellen wir zusätzlich Spezialprodukte auf Wunsch unserer Kunden her. Diese Produktion läuft meist am Wochenende, aber da bin ich eh im Einsatz, weil wir für die SBB sieben Tage die Woche produzieren und ich die Mischungen vorbereiten muss. Ich bin seit dreissig Jahren in dieser Halle 5, ich kenne jede Schraube hier, die Halle ist wie mein zweites Zuhause!

Sehen sie eigentlich der Betonmischung visuell an, ob sie in Ordnung ist, oder anders gefragt, was machen Sie wenn die Mischung nicht in Ordnung ist?

Einerseits zeigt mir der Computer an, ob die Mischung zu trocken oder zu nass ist, zusätzlich sind Fehler manchmal auch visuell erkennbar. Wenn die Mischung zu trocken ist, füge ich Wasser hinzu, wenn sie zu nass ist, kann ich nichts mehr unternehmen und muss die Mischung entsorgen, denn die nächste Mischung ist wegen der Automatisierung schon unterwegs. Dies ist jedoch zum Glück nur sehr selten der Fall.

Haben Sie ein Lieblingsprodukt und wenn ja, welches?

Die B91- und die Weichenschwellen sind für mich die schönsten Schwellen!

Hat sich Ihre Arbeit im Lauf der Jahre verändert und falls ja, welches ist der grösste Unterschied?

Vor 20 Jahren hatten die Mitarbeitenden mehr Kontakt untereinander, heute ist viel mehr automatisiert. Die Gesellschaft hat sich auch verändert, ich habe beispielsweise als Saisonnier begonnen und musste jeweils nach 9 Monaten die Schweiz für 3 Monate verlassen. Dies kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Damals hatten wir auch mehr Interesse an der Arbeit als die Jugendlichen in der heutigen Zeit.

Sie wohnen ja als Nachbar direkt bei Vigier Rail, welche Vorteile bietet Ihnen diese Wohnlage?

Ich wohnte vorher im Mehrfamilienhaus neben dem Produktionsgelände. Seit 12 Jahren miete ich nun das Haus neben dem Verwaltungsgebäude. Der kurze Arbeitsweg mit dem Velo ist sicher ein Vorteil! Im Sommer bin ich ausserdem noch als Hauswart tätig, giesse die Pflanzen und mähe den Rasen. Alles Arbeiten, die mir Spass machen.

Sie stammen ursprünglich aus Portugal, gefällt es Ihnen in der Schweiz? Vermissen Sie etwas aus Ihrer Heimat?

Ich lebe schon seit 35 Jahren in der Schweiz und es gefällt mir gut hier, obwohl mir manchmal das Meer fehlt. Aber ich reise jedes Jahr einen Monat nach Portugal ans Meer, da geniesse ich meine Ferien in vollen Zügen.

Welche Küche ist Ihnen näher, die portugiesische oder die Schweizer Küche? Welches ist ihr Lieblingsgericht?

Die Schweizer Küche ist auch gut, aber ich bevorzuge die portugiesische. Mein Lieblingsessen ist Bacalhau und Carne de Porco!

 

Herzlichen Dank für dieses Gespräch!

Das Interview führte Sandra Wenger.

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